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Vorwort

In Schlesien gab es anfangs die Familiennamen "von Brauchicz", "von Brauchwitz" sowie "von Brauchschütz". Der letztgenannte Name war eine Art Übergang zum heutigen Namen "von Brauchitsch". Die Familien "von Brauchitsch" hatten überwiegend in den Regionen von Liegnitz, polnisch Legnica und Lubin (Lüben, Niederschlesien) gelebt. Nach dem Jahr fünfzehn hundert und siebzig war Georg von Bruchwitz Pommerscher Rat beim Herzog von Pommern Johann Friedrich. Georg von Bruchwitz wurde 1517 in Niederschlesien als Sohn der Hedwig, geborene von Dornheim und des Hieronymus von von Brauchitsch geboren. Georg von Bruchwitz wurde in der niederschlesischen Schrift "Schlesische Curiositäten ..." . J. Sinapius, Seite 295 aufgeführt. Dessen Eltern Hieronymus von Brauchitsch und Hedwig, geborene von Dornheim wurden in jener alten niederschlesischen Schrift auf der Seite 294 erwähnt.

Nach dem dreißigjährigen Krieg hatten sich auch in Sachsen Brauchitsch-Familienzweige gebildet, vermutlich gab es dort zwei Familienäste. Im Neuen Allgemeinen Adelslexikon (Band 2) ist zu lesen, dass eine Brauchitsch-Linie, die "früher den Adel abgelegt hatte, den selben" wiedererlangt hatte. Der Königlich-sächsische Major sowie Strassen- und Uferbau-Kommissar Brauchitsch wurde am 10. Februar 1812 - einschliesslich mit der Bestätigung des Von Brauchitschen Familienwappens - zusammen mit seinen zwei Söhnen und zwei Töchtern in den Adelsstand des Königreichs Sachsen erhoben.

In einer zweiten sächsischen Linie setzte sich der Name "Bruchwitz" mit Christoffer Bruchwitz (Bruckewitz) durch. Als der Sachse Christoph (Christoffer) Bruckewitz um 1713 von Erfurt nach Schwedisch-Vorpommern kam, trat er als Söldner in die schwedische Armee ein. Bald wurde er in Stralsund gefangengenommen. Die Dänischen, Preußischen und Sächsischen Truppen hatten im Nordischen Krieg gegen die Schweden die Oberhand bekommen. Nach dem Ende der Kampfhandlungen im Dezember 1715 war Christoffer Bruchwitz wieder ein freier Mann, und er wurde Zivilist. Er siedelte am Burgwall bei Rothemühl in Vorpommern, und er arbeitete als Heideläufer und Holzfäller. Anfang Dezember 1719 heiratete er seine Frau Elisabeth, geborene Lück. Christoffer starb im Jahr 1737 in Vorpommern.

Bei meinen Vorfahren mütterlicherseits - Schmoldt entwickelte sich über meine Urgroßmutter Louise Schmoldt, geborene Lefevre, der recht interessante Familienzweig der Familien Billau (Billiou). Louise Schmoldt hatte eine Mutter namens Rachel Lefevre, und diese war eine geborene Billau. Der französisch-deutsche Familienzweig Billau, der anfangs auch die Namen "Billiou" und "Billaud" hatte, entwickelte sich ab der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts von dem in Nordfrankreich gebürtigen Jean Billaud über mehrere Zweige weiter bis Isaak Jakob Billau (geboren 1746) und dessen Tochter Rachel (geboren 1790), die Pierre Lefevre geheiratet hatte.

Die vor dem Jahr 1550 lebenden Familien Billau und Billiou hatten verschiedene Nachnamen wie Baeljou, Billiou, Barlow, Belew und Barley. Es gab auch noch die Namensvariationen "Bellew" und "Balleau", Bailiou und Ballow, die sich aus der französischen Sprache herleiten lassen. "Bel ewe" (für den Namen Bellew) ist altnormannisches Französisch für "Good Water" bzw. "Gutes Wasser". In der modernen französischen Sprache heißt "Gutes Wasser" "Bel eau". Der Name "Bellew" (Billiou) stammte ursprünglich aus dem Norden Frankreichs. Die Familien sollen laut einem Familienforscher ursprünglich einmal in der Normandie gelebt haben, und waren in der Zeit der normannischen Invasion in England durch Wilhelm dem Eroberer in der Zeit um das Jahr 1066 nach England gekommen. Die Familien Billiou, die sich in England zunächst "Barley" oder "Barlow" nannten, siedelten in den "Midlands" in der Grafschaft Derbyshire.

Die Billiou-Familien lebten nach 1550 in Nordfrankreich im heutigen Departement Nord-Pas-De-Calais, das zur Region Hauts-De-Frances gehört. Meine Ahnen kamen aus dem Großraum der heutigen Großstadt Lille aus dem Dorf Wicres. Thomas Billiou (Barlow) lebte einige Zeit dort, bis durch die religiösen Verfolgungen der französischen Protestanten (Hugenotten) in Frankreich ein Wohnortwechsel erforderlich wurde. Der letzte in England wohnende Vorfahre Thomas Billiou (Barlowe), der im Mai 1563 in London geboren wurde, starb im Jahr 1621 England. Die nächste Generation wie die Söhne Jean und Pierre sowie die Töchter Abigail und Ann gingen nach Südholland. Sie ließen sich zunächst in der Stadt Leiden nieder. Dort waren sie vor den religiösen Verfolgungen sicher. Pierre Billiou und seine Schwester Abigail wanderten mit ihren jungen Familien nach Amerika aus.

Mein Vorfahre Jean Billaud, geboren 1620 in Nordfrankreich, sowie dessen jüngere Frau Anne, wanderten über die Pfalz in die Uckermark aus. Die Namen mit ihren Daten der Familién Billiou sind in dem Kapitel mit den Ahnen BILLIOU zu finden.


Quellen zu von Brauchitsch:

Schlesische Curiositäten - Die ansehnlichen Geschlechter des schlesischen Adels. Von edlen Rittern und löblichen Voreltern. Autor: Johannes Sinapius . 1720 . Druckerei Fleischer Leipzig.

Neues Allgemeines Adelslexikon - Im Vereine mit mehreren Historikern, Herausgeber Prof. Dr. Ernst Heinrich Kneschke, Zweiter Band, Leipzig. Friedrich Voigt, 1860.

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Digitale Version 2000 bis 2020 . Heiner Bruchwitz , überarbeitete Version des Vorwortes, 23. August 2020


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