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Vorwort

Smolt - Schmolte - Schmoldt

Im alten Lübecker Urkundenbuch ist für das Jahr 1317 ein Eintrag zu einem Henneke Smolt (Schmoldt). Er gehörte zu jenen Neubürgern, die seinerzeit in den Lübeckischen Bürgermartrikeln eingetragen wurden. Eine Folgegeneration des genannten Schmoldt, der im 14. Jahrhundert - eine Zeit, in der niederdeutsch gesprochen wurde - lebte, waren Smolts aus der Stadt Danzig. Sie hießen Heinrich Smolt bzw. Smelt, Johann Smult und Christian Smolt. Die Smolts waren Kaufleute und Händler aus Danzig, die zu den sogenannten Englandfahrern der Jahrhundertwende vom 14. zum 15. Jahrhundert gehörten. Im Buch "Die Hansischen Englandfahrer, 1390/91 bis 1406" wird über die Zeit der Hanse im Nordeuropäischen Raum sowie dem Ostseeraum berichtet. Zu ihnen gehörten auch jene Englandfahrer aus Danzig, die als Kaufleute in Britanien ihren Geschäften nachgingen und dort Handel trieben.

Im 15. Jahrhundert gab es die "Herrschaft von Diepholz", auch mit der Bezeichnung "Die Edlen von Diepholz". In der Herrschaft Diepholz gab es Besitztümer (Häuser, Dörfer), die gleichzeitig ein Lehen des Bistums Münster waren. Ein Johannis Smolt oder Schmolte, der um 1500 oder vorher in der Herrschaft Diepholz lebte, war der Herr des Dorfes (bzw. des Gutshofes) Drentwede im Kirchspiel Barnstorf in Niedersachsen. Der Name Schmolte und auch der Name Smolt lassen sie aus der Niederdeutschen Sprache herleiten. Übersetzt (Herkunft, Definition) bedeuteten die Namen, zu denen ebenso der Name "Schmoldt" und "Schmalt" gehören, Schmalz oder Fett. Die ist nachzulesen in dem Buch "Deutsche Namenkunde".

Von Brauchitz und von Bruchwitz

Die ersten Familiennamen meiner Ahnen in Schlesien waren "von Brauchicz", "von Brauchwitz" und "von Brauchitzs". Nach 1700 setzte sich der Name "von Brauchitsch" durch. Die Familien "von Brauchitsch" hatten überwiegend in den Regionen von Liegnitz, polnisch Legnica und Lubin (Lüben, Niederschlesien) gelebt. Georg von Bruchwitz (von Brauchitsch) war Pommerscher Rat beim Herzog Johann Friedrich gewesen. Georg wurde im Jahr 1517 in Niederschlesien als Sohn der Hedwig, geborene von Dornheim und des Hieronymus von Brauchitsch geboren. Georg von Bruchwitz wurde in der niederschlesischen Schrift "Schlesische Curiositäten ..." . J. Sinapius, Seite 295 erwähnt. Sein Eltern Hieronymus von Brauchitsch und Hedwig, geborene von Dornheim wurden in jener alten niederschlesischen Schrift auf der Seite 294 genannt. Vor über vierhundert Jahren war Georg von Bruchwitz in Diensten des Herzogs von Pommern gewesen. Eines seiner Aufgabenbereiche war die Tätigkeit als Gerichtsbeirat. Er war in den 1580er und 1590er Jahren als einer von drei Gerichtsberatern am Stargarder Hofgericht tätig mit dem Zuständigkeitsbereich des Schuldnerwesens. Daten zu Georg von Bruchwitz´ ("Bruchuitz") Augabenbereich beim Hofgericht sind im Pommerschen Staatsarchiv unter "Bruchwitz, Jürgen" eingetragen.

Der in Oberau in Niederschlesien geborene Georg von Bruchwitz (Brauchitsch) war der Stammvater aller "von Brauchitsch". Mit dem Nachfahren Petrus von Bruchisch (1288) folgten noch viele derer von Brauchitsch (und Bruchwitz). Um das Jahr1400 bildeten sich mit vier Brüdern "von Brauchitsch" die Zweige derer von Brauchitsch, von denen es heute noch einen Zweig in der männlichen Linie (über Thamme von Brauchitsch) gibt, und über eine zweite Linie mit Peter von Brauchitsch es Nachfahren mit einem anderen Familiennamen gibt.

In einer zweiten sächsischen Linie setzte sich der Name "Bruchwitz" mit Christoffer Bruchwitz (Bruckewitz) durch. Als der Sachse Christoph (Christoffer) Bruckewitz um 1713 von Erfurt nach Schwedisch-Vorpommern kam, trat er als Söldner in die schwedische Armee ein. Nach der Schlacht bei Stresow auf Rügen wurde er gefangengenommen und in Stralsund inhaftiert (siehe „Theatri Europaei, Friedens- und Kriegsbeschreibung"). Die Dänischen, Preußischen und Sächsischen Truppen hatten im Nordischen Krieg gegen die Schweden die Oberhand bekommen. Nach dem Ende der Kampfhandlungen im Dezember 1715 war Christoffer Bruchwitz wieder ein freier Mann, und er wurde Zivilist. Christoffer siedelte am Burgwall bei Rothemühl in Vorpommern und arbeitete als Heideläufer und Holzfäller. Anfang Dezember 1719 heiratete er seine Frau Elisabeth, geborene Lück. Christoffer starb im Jahr 1737 in Vorpommern.


Digitale Version 2000 bis 2020 . Heiner Bruchwitz , überarbeitete Version des Vorwortes, 27. Februar 2021


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